Welche Nachteile hat eine Börsennotiz?

Es gibt einige Nachteile, die mit einem Listing an der Börse verbunden sind, im Wesentlichen sind das die (mitunter erheblichen) Kosten und die vorgeschriebene öffentliche Transparenz (Berichtspflichten).

Kosten

Eine Gesellschaft, die Überlegungen zu einem Börsengang hat, muss sehr genau die einmaligen und laufenden Kosten einer Börsennotiz kalkulieren. Abhängig vom eingeschlagenen Weg an die Börse können sich die einmaligen Kosten von überschaubar (z. B. bei einem reverse IPO) bis sehr schnell auch in sechs- und siebenstelligen Bereichen (z. B. bei einem traditionellen Börsengang) bewegen. Die laufenden Kosten sind zudem abhängig vom gewählten Börsensegment. Im Freiverkehr sind sie deutlich niedriger, als im regulierten Markt oder im amtlichen Handel. Die Deutsche Börse nennt die Kosten für einen (traditionellen) Börsengang wie folgt:

Kosten IPO

Kosten eines IPO, Quelle: Deutsche Börse

Publizität und Öffentlichkeit

Börsennotierte Gesellschaften sind verpflichtet in einem bestimmten Rhythmus Unternehmenszahlen zu veröffentlichen und damit ein höheres Transparenzlevel zu schaffen. Abhängig vom Börsensegment besteht eine Verpflichtung bestimmte Meldungen zu veröffentlichen. Im Freiverkehr der Börse Düsseldorf sind z. B. folgende Meldungen verpflichtend:

  • Geprüfter Jahresabschluss
  • Halbjahresbericht
  • Insiderinformationen (früher: Ad hoc Mitteilungen)
  • Directors‘ Dealings
  • Unternehmenskalender

Der zeitliche, personelle und finanzielle Aufwand zur Erfüllung dieser Vorschriften sollte nicht unterschätzt werden. Hinzu kommen Fragen, Gesprächswünsche u. ä. von Investoren, Presse und anderen Mitgliedern der Financial Community.

Die Publizitätspflichten einer notierten Gesellschaft wirken sowohl positiv als auch negativ. Wie oben beschrieben, sind die Auswirkungen auf Image, Bonität, etc. häufig positiv. Allerdings informiert das öffentliche Reporting auch Konkurrenten und Kunden. Insbesondere in sehr kompetitiven Branchen wie etwa Automotive möchte z. B. ein Zulieferer nicht unbedingt seine Gewinnsituation dem OEM bekannt machen.